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Brauche ich Audio für mein E-Learning?

Die Produktion von Audio hat einen großen Einfluss auf den fertigen Kurs.

Brauche ich Audio für mein E-Learning?

Audio kann menschliche Wärme vermitteln und es kann eine maßgebliche Stimme der Kursführung sein. In manchen Fällen ist Audio sogar unverzichtbar. Aber wenn man nur ein einziges Wort in einer Sprachausgabe ändert, muss man den Sprecher einschalten, die neue Audiodatei aufnehmen, spezielle Audiotools verwenden, die Lautstärke richtig einstellen und die Datei wieder in den ursprünglichen eLearning-Kurs einprogrammieren.

Eine der großen Stärken von eLearning ist, dass es den Lernenden erlaubt, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten. Geübte Leser verstehen und behalten den Text, indem sie ihre Lesegeschwindigkeit optimieren. Sie überspringen, reflektieren, wiederholen und machen Pausen, um zu verdauen. Dieser Prozess ist von zentraler Bedeutung für den Aufbau neuer mentaler Modelle und die Verknüpfung neuen Wissens mit bereits vorhandenem Wissen. Selbst mit zwei Fingern auf der Pause- und der Rückwärtstaste ist dies mit Audio viel schwieriger zu steuern.

Wann ist Audio im E-Learning unverzichtbar?

Es gibt Zeiten, in denen Audio für das Lernen unerlässlich ist. Nehmen wir ein paar offensichtliche Beispiele:

  • Sprachschüler müssen hören, wie ein Muttersprachler die Wörter ausspricht und die Sätze betont.
  • Callcenter-Mitarbeiter, die Telefonkenntnisse erlernen, müssen hören, wie sich das Gespräch entwickelt.
  • Ärzte, die etwas über die verschiedenen Arten von Herzgeräuschen lernen, müssen diese hören.
  • Musiker etc.

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Können Text und Audio zusammenarbeiten?

Der erste entscheidende Punkt ist, dass es sich nicht nur um einen vorgelesenen Text handelt, auch wenn das Audio nur aus Worten besteht (nicht aus Musik oder anderen Geräuschen). Betrachten Sie es aus der Sicht des Lernenden. Audio wird über die Ohren aufgenommen, Text wird mit den Augen gelesen, und die beiden Kanäle werden unterschiedlich verarbeitet. Text und Audio können zusammenarbeiten, aber wir müssen uns dieses grundlegenden Unterschieds zwischen den beiden Medien bewusst sein, damit sie sich gegenseitig ergänzen, anstatt miteinander zu konkurrieren.

Was man vermeiden sollte: Identischer Text und Ton

Forscher haben gezeigt, dass das Lernen mit Text allein oder mit Audio allein effektiver ist als das gleichzeitige Lernen mit Text und identischem Audio (Clark und Mayer 2003, bestätigt durch Moreno 2007). Das Argument ist, dass Text und Audio zusammen die Seh- und Hörkanäle des Lernenden überlasten und dass, wenn sie identisch sind, das eine oder das andere Medium überflüssig ist. Menschen lesen einen Text auf einer Seite mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 Wörtern pro Minute. Audio wird mit etwa der Hälfte dieser Geschwindigkeit gesprochen – 150 Wörter pro Minute – und geskriptetes Audio kann sogar noch langsamer sein. Es besteht also ein Missverhältnis zwischen den beiden Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Jeder, der schon einmal einen Vortragenden dabei beobachtet hat, wie er mühsam die Aufzählungspunkte einer PowerPoint-Präsentation laut ausspricht, kann das nachvollziehen.

Nur Audio

Eine frühere Studie hat gezeigt, dass eine Gruppe, die nur durch Audio präsentiert wurde, bei der Bewertung um 64 % besser abschnitt als eine Gruppe, die mit Text und Audio lernte (Kalyuga, Chandler und Sweller 1999). Und was ist mit Audio in Verbindung mit Grafiken? Clark und Mayer argumentieren weiter, dass Audio in Kombination mit Grafiken oder Animationen das Lernen verbessern kann, weil sie getrennte kognitive Kanäle nutzen, während Text und Grafiken beide den visuellen Kanal nutzen. Dies ist ein Argument für den Einsatz von Ton und Bildern ohne viel Bildschirmtext. Wenn Animationen und Videos mit hoher Geschwindigkeit präsentiert werden oder wenn der Lernende ein komplexes Diagramm betrachtet, das viele Erklärungen erfordert, kommt der Ton zum Tragen.

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Gründe für den Verzicht auf Audio

Ein weiterer Vorteil von Text gegenüber Audio ist, dass er dort bleibt, wo er ist. Audio ist flüchtig. Er belastet das Arbeitsgedächtnis des Lernenden viel stärker. Dies ist ein Grund dafür, den Text auf dem Bildschirm zu belassen, selbst wenn es auch eine Audioversion gibt.

Anleitungen sollten immer in Textform vorliegen, nicht in Audioform. Sie müssen auf dem Bildschirm bleiben, bis der Lernende die Aufgabe versucht hat.
Audio als unterstützende Technologie

Obwohl Audio für sehbehinderte Benutzer offensichtlich nützlich ist, ist es sinnvoll, es über eine Screenreader-Software bereitzustellen. Diese kann ohne zusätzliche Arbeit aus dem Bildschirmtext generiert werden. Der Vorteil besteht darin, dass erfahrene Benutzer den Text in erstaunlich hoher Geschwindigkeit abspielen können, während die Audioaufnahme sie an die natürliche Geschwindigkeit des Sprechers bindet.

Audio kann auch eine Hilfe für Legastheniker und Menschen, sowohl Kinder als auch Erwachsene, sein, die nur über geringe Lese- und Schreibkenntnisse verfügen. Das Gleiche gilt für Benutzer, für die Englisch eine zweite Sprache ist. Die Lesbarkeitsstatistiken in Word bieten einige Anhaltspunkte.

Die Wichtigkeit der Audioqualität

Forschungsergebnissen zufolge scheint die Audioqualität im Gegensatz zu Video die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Meinung des Nutzers über das Gehörte zu beeinflussen. Die Audiokompatibilität ist daher viel wichtiger als die Videokompatibilität, so scheint es. Nass und Reeves kommen zu dem Schluss, dass Audio im Vergleich zu Video für Multimedia-Designer ein guter Investitionspunkt ist. Es scheint mehr psychologischen Nutzen für das Geld zu bringen.

Die Einsatzmöglichkeiten von Audio beim eLearning

Trotz all dieser Vorbehalte sind Audiodateien zweifellos sehr leistungsfähig und können beim eLearning für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, z. B. für Erzählungen, lippensynchrone Sprachausgabe zu Animationen oder Videos, Soundeffekte und Musik. Beim Lernen ist die Erzählung bei weitem die wichtigste dieser Funktionen.

Die Rolle der Erzählung

Das Problem mit umfangreichen Audiokommentaren beim eLearning ist, dass sie wie geschriebener Text klingen. Das liegt daran, dass es sich um geschriebenen Text handelt. Manchmal hat der Autor keine Ahnung, dass es sich um einen gesprochenen Text handelt, so dass das Geschriebene ein wenig so klingt, als würde jemand einen Bericht vorlesen. Die Designer müssen sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass sie für einen gesprochenen Text schreiben. In Sprachkursen geht es in der Regel darum, die Aussprache zu vermitteln. Sie können sogar die Aufnahme der Stimme des Lernenden im Kurs beinhalten, zum Vergleich mit einem Muttersprachler – und sogar zur akustischen Analyse.

Wenn es um das Verstehen des gesprochenen Wortes geht, wie z. B. bei der Schulung von Call-Centern oder beim Sprechen in der Öffentlichkeit, können Audioaufnahmen des gesprochenen Wortes durchaus ein Bestandteil des Lernprozesses sein.

Feedback

Ein weiteres wichtiges Merkmal des narrativen Flusses von Lernprogrammen ist das Feedback in Form von formativen oder summativen Bewertungen. Audio-Feedback kann psychologisch sehr wirkungsvoll sein. Es kann verwendet werden, um positives Feedback zu verstärken, selbst wenn das Präsentationsmaterial keine Kernaussage enthält.

Toneffekte

Im Allgemeinen haben Soundeffekte die Aufgabe, die visuellen Eindrücke zu verstärken. In Spielen und Unterhaltungsprogrammen ist das in Ordnung, aber beim eLearning haben sich Soundeffekte wie Pieptöne, die den Input begleiten, als ablenkend für die Lernenden erwiesen und sind inzwischen verschwunden. Moreno und Mayer (2000) verglichen eine lehrreiche, erzählte Animation über Hydraulik mit und ohne Umgebungsgeräusche. Diejenigen, die die Version ohne Toneffekte sahen, schnitten besser ab als diejenigen, die die Tonversion hörten. Als Hintergrundmusik hinzugefügt wurde, waren die Ergebnisse für diese Gruppe sogar noch schlechter.

Musik

Die Hauptfunktion von Musik ist die Stimmung. Sie kann den emotionalen Ton für ein Programm oder ein Stück innerhalb eines Programms vorgeben. Lustige Melodien in frühen Bildungsprogrammen können junge Lernende stimulieren. Musik kann zu Beginn eines E-Learning-Programms eine gute Methode zur Stimulierung sein, aber Hintergrundmusik ist kontraproduktiv. Die Forschung weist darauf hin, dass Hintergrundmusik in eLearning-Programmen nicht sinnvoll ist, da sie zu einer Reizüberflutung führt und die Effektivität des Lernens verringert.

Empfehlungen für den Einsatz von Audio

Es gibt also keine einfache Antwort auf die Frage, ob Text und/oder Audio in eLearning-Programmen verwendet werden sollten. Es hängt von der Zielgruppe ab. In Anbetracht von Budgetbeschränkungen, Produktionsfähigkeiten und Bedürfnissen scheint es jedoch, dass Text immer noch ein grundlegendes und leistungsstarkes Medium ist, das in vielen Lernkontexten verwendet werden kann. Audio wird aber auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Audio kann ein notwendiger Bestandteil des Lernens sein, wenn Klänge selbst Gegenstand des Lernens sind, z. B. das Erkennen und Analysieren von Stethoskopklängen, das Entgegennehmen eingehender Anrufe in einem Callcenter, das Hören von Musik oder U-Boot-Sonar. Audio wird jedoch häufiger in Betracht gezogen, wenn das Publikum aufgrund von Sehbehinderungen, geringer Lese- und Schreibfähigkeit, Legasthenie oder Englisch als Zweitsprache eine Ergänzung oder Alternative zum Text benötigt – oder wenn das Zielpublikum einfach nicht für Text empfänglich ist.

Was den gemeinsamen Einsatz von Text und Audio betrifft, so ist es besser, für animierte Sequenzen einen gesprochenen Ton zu verwenden, für Sequenzen, die vom Benutzer gesteuert werden, jedoch nur Text. Wenn Sie beides verwenden, geben Sie dem Benutzer die Möglichkeit, den Ton abzuschalten. Erzählungen und Feedback sind die beiden häufigsten Verwendungszwecke von Audio im eLearning. Audio verleiht dem Lernenden eine menschliche Note und kann verwendet werden, um korrekte Antworten zu bekräftigen, während negatives Feedback in Textform bleibt.

Musik und Soundeffekte können in Lehrmaterial für Kinder geeignet sein, und Soundeffekte können in unterhaltsamen Präsentationsformen wie Quiz oder Spielen nützlich sein. Ansonsten sollten Sie Hintergrundmusik, Effekte und Geräusche, die richtige oder falsche Rückmeldungen begleiten, vermeiden. Auch bei der Audiotechnik ist hohe Qualität gefragt. Es ist inakzeptabel, billigen, blechernen Ton mit variabler Lautstärke zu produzieren. Hier sind ein guter Prozess und vernünftige Produktionswerte gefragt..

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Written by MediaHub360Team

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