Die Markenstimme bleibt bei KI-Werbung nur erhalten, wenn Sie sie schriftlich festhalten und dem Werkzeug als Vorgabe mitgeben: Tonalität, Wortwahl, Satzlänge, Bildstil und Tabus. Ohne Styleguide liefert KI meist austauschbare Ergebnisse. Ein kurzer, konkreter Styleguide mit Beispielen wirkt besser als lange Beschreibungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beschreiben Sie Ihre Marke mit drei bis fünf Eigenschaften und je einem Beispielsatz.
- Legen Sie Wörter fest, die Sie nutzen, und Wörter, die Sie meiden.
- Geben Sie der KI Beispieltexte als Orientierung.
- Lassen Sie jedes Ergebnis von einer Person mit Markenkenntnis prüfen.
Warum KI-Texte oft gleich klingen
Sprachmodelle orientieren sich an häufigen Formulierungen. Ohne klare Vorgaben entstehen Sätze, die für jedes Unternehmen passen würden. Eine Markenstimme entsteht erst durch Auswahl: Was sagen Sie, und was sagen Sie nie?
Bausteine eines Styleguides
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Eigenschaften | freundlich, sachlich, direkt |
| Ansprache | „Sie“ oder „du“, einheitlich |
| Satzbau | kurze Sätze, aktive Verben |
| Lieblingswörter | „einfach“, „verständlich“, „Schritt für Schritt“ |
| Tabuwörter | „revolutionär“, „einzigartig“, Superlative ohne Beleg |
| Bildstil | natürliches Licht, echte Räume, keine Stockfoto-Posen |
| Farben und Schrift | laut Corporate Design |
Wie Sie die Vorgaben in Prompts übersetzen
Fassen Sie den Styleguide in einem festen Textblock zusammen, den Sie jedem Prompt voranstellen. Fügen Sie zwei bis drei gelungene Beispiele aus Ihrer bisherigen Kommunikation hinzu und bitten Sie die KI, im gleichen Ton zu schreiben. Für Bilder nennen Sie Licht, Perspektive, Farbwelt und Stimmung, zum Beispiel „natürliches Tageslicht, Blick auf Augenhöhe, gedeckte Erdfarben“.
Prüfliste für jedes Ergebnis
- Klingt der Text nach uns oder nach jedem?
- Sind Behauptungen belegbar?
- Passen Anrede und Wortwahl?
- Wirken Bilder echt genug und widersprechen sie nicht unseren Versprechen?
- Sind keine fremden Marken oder erkennbaren Personen enthalten?
Praxisbeispiel (hypothetisch)
Eine Steuerberatung möchte verständlich und ruhig wirken. Im Styleguide stehen „Sie“-Ansprache, Sätze bis 15 Wörter und keine Fachbegriffe ohne Erklärung. Die KI schlägt Anzeigentexte vor, die Beraterin streicht zwei überzogene Versprechen und tauscht ein Fachwort aus. Der Text bleibt erkennbar im Stil des Hauses.
Stand der Angaben
Stand: Oktober 2026. Werkzeuge, Preise, Lizenzbedingungen und Rechtslage ändern sich. Prüfen Sie aktuelle Angaben bei den Anbietern und holen Sie bei rechtlichen Fragen fachlichen Rat ein.
Beispiel: Vorher und nachher
Generisch: „Entdecken Sie unsere innovativen Lösungen für Ihren Erfolg.“
Mit Markenstimme: „Ihre Steuererklärung, Schritt für Schritt erklärt. Ohne Fachchinesisch, mit festem Ansprechpartner.“
Der zweite Satz ist konkret, benennt einen Nutzen und folgt den Regeln des Styleguides. Genau diesen Unterschied sollen Sie bei jedem KI-Ergebnis prüfen.
Konsistenz über Kanäle hinweg
Eine Marke wirkt, wenn Anzeige, Website, E-Mail und Video zusammenpassen. Legen Sie fest, welche Elemente überall gleich bleiben: Anrede, Kernbotschaft, Bildstil und Aufruf zum Handeln. KI kann Varianten für jeden Kanal erzeugen, aber der Rahmen bleibt gleich. Hilfreich ist eine gemeinsame Sammlung mit guten Beispielen, auf die das Team und Agenturen zugreifen.
Häufige Fragen
Wie pflege ich den Styleguide?
Überprüfen Sie ihn nach größeren Kampagnen und ergänzen Sie gelungene Beispiele und neue Tabus.
Kann KI meine Markenstimme „lernen“?
Sie kann Muster aus Beispielen nachahmen. Dauerhaft verlässlich wird das nur mit klaren Vorgaben und menschlicher Prüfung.
Reicht ein Styleguide für Bild und Text?
Er sollte beides abdecken, oft getrennt, weil Text und Bild verschiedene Regeln brauchen.
Siehe auch: typische Fehler bei KI-Werbung und KI-Werbung und Datenschutz.
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